Spende dein Talent Blog

Arbeit auf dem Weg in die Digitalisierung – Unternehmenskultur der Vernetzung

Wie und wo werden wir künftig arbeiten? Was bedeutet Digitalisierung für die Unternehmenskultur? Diese Fragen werden allerorten diskutiert. Auch im ostwestfälischen Verl. Und zwar zu recht. p.l.i solutions entwickelt dort Lösungen im Bereich Workforce Management, um die richtigen Kollegen am richtigen Platz zur richtigen Zeit einzusetzen. p.l.i solutions fokussiert sich dabei auf den mitarbeiterorientierten Personaleinsatz.

Der Arbeitsplatz der Zukunft

Die Referenten des p.l.i. Business Breakfast

Das Business Breakfast bei p.l.i. solutions, dass bereits in der Ausgabe 28 stattfand, ist inzwischen Institution und so freuten wir uns sehr über eine Einladung, um die Methode Spende dein Talent vorzustellen. Der Titel der Veranstaltung lautete: „Der Arbeitsplatz der Zukunft: Was sind die neuen Anforderungen an einen Arbeitsplatz für Wissensmitarbeiter und wie wird die Arbeitskultur zukünftig aussehen?

Und da ist man schon mitten im Thema. Wer über den Arbeitsplatz der Zukunft nachdenkt, fragt auch: Wer sind die künftigen Mitarbeiter? Was sind ihre Aufgaben? Was müssen die eigentlich können? Aber auch: Wo wollen diese künftigen Mitarbeiter überhaupt arbeiten? Und wie?

Fragen und Themen mit denen sich heute das HR (gleich ob wird das mit Human Relations, Human Resources übersetzt) befassen sollte – oder besser befassen – muss. Das ist nicht einfach eine Aufgabe aus der Einsatzmittelplanung und auch kein isolierter Handlungsbereich der Personalentwicklung, dem Recruiting oder dem Employer Branding. Ganzheitliche Konzepte sind gefragt!

Wissensarbeiter brauchen Räume

Melanie Sulewski, Goldbeck Bau

Melanie Sulewski, Goldbeck Bau

Bevor wir dem Publikum – rund 50 Vertreter der ostwestfälischen Wirtschaft – das Konzept und die Erfahrungen mit der Methode Spende dein Talent vorgestellt haben, ging es um Arbeitsplätze der Zukunft in einem ganz räumlichen Sinne. Die Architektin Melanie Sulewski gab als Expertin für Büros und Bürogebäude bei Goldbeck Bau (einem der ostwestfälischen Hidden Champions) Einblicke in die Anforderungen an moderne Bürogebäude. Ein wichtiger Aspekt bereits bei der Planung, ist die Orientierung an den Bedürfnissen der Mitarbeiter. Dabei ist das Design zwar ein wichtiger, aber lange nicht der einzige Erfolgsfaktor. Der Vortrag war sehr praxisnah und spannend, denn Erfahrungen mit dysfunktionalen Büros hatte schon jeder einmal gemacht. Und jeder weiß, dass solche Mängel zur Unproduktivität führen. Ist dies mit Fakten und Zahlen untermauert, ist einem nicht mehr zum Schmunzeln zumute, denn in der Masse bedeuten einige unproduktive Minuten pro Mitarbeiter echtes Geld für Unternehmen, das nicht verdient wird oder gar verloren geht.

Wissensarbeiter brauchen Räume, in denen sie vernetzt produktiv arbeiten können. Solche Räume sind einerseits ganz wörtlich physisch zu sehen – wie Goldbeck Bau aus Bielefeld diese entwickeln kann. Solche Räume braucht es aber auch auch psychologisch in den Köpfen der Kollegen um das volle Potenzial zu entfalten und zu teilen. Nur so können alle Talente sichtbar werden und Raum finden. In der lernenden Organisation ist Wissenstransfer zentraler Erfolgsfaktor.

Mehr Mut bei der Digitalisierung

Dr. Ole Wintermann, Bertelsmann Stiftung

Dr. Ole Wintermann, Bertelsmann Stiftung

Diesen Gedanken führte Dr. Ole Wintermann von der Bertelsmann Stiftung  in seiner abschließenden Keynote weiter aus. Wintermann widmete sich der Digitalisierung. Zu Beginn seines Vortrages stellte er einen wichtigen Punkt klar: Digitalisierung heißt nicht Technisierung.

Dieser Gedanke ist für uns bei Spende dein Talent immer weisend. Es kommt auf die Haltung an, sich zu vernetzen und sich zu trauen neue Wege zu gehen. Hier sieht Dr. Ole Winterman noch viel Potenzial in dem von Maschinenbau und Planung geprägten Deutschen Wirtschaft. Das Denken deutscher Ingenieure, erst bis zum Ende zu planen beherrsche und behindere die Digitalisierung gleichermaßen. Mehr Beta sei nötig, oder mehr Prototypen. Denn was sich bewährt und was wirklich passt, lässt sich inzwischen nicht planen – sondern erst beim Machen lernen.

Somit sind lernende Organisationen und agile Unternehmen für die Digitalisierung besser vorbereitet, als diejenigen, die erst eine Lösung bis zu 100% planen und dabei Zeit verlieren, statt sich auf die praxisnahen Anforderungen der Anwender zu fokussieren. 

Im internationalen Vergleich findet Wintermann Defizite der deutschen Digitalisierung: Dabei geht es nicht nur um den Ausbau der Infrastruktur und der Bandbreiten beim Internet, aber selbst hier bildet Deutschland aktuell eher Schlusslicht. Auch die Nutzung Sozialer Medien, die eine wichtige Basis der Vernetzung, fällt im Vergleich in unserem Land sehr ab. Defizite in der Digitalisierung würden – so Wintermann – aber gar nicht als solche wahrgenommen. Vielmehr herrsche weiter ein Klima, in dem die Furcht vor Digitalisierung wachse. Klassische Medien hätten auch gar kein Interesse, die Chancen der Digitalisierung aufzuzeigen. Denn für die alten Medien erwächst aus der Vernetzung schließlich eine Konkurrenz: Kein gutes Klima für Digitalisierung, wenn immer erst die Angst formuliert wird und nicht die Chance.

Auch im Bildungssystem, bei Lehrern und Eltern herrsche allerorten ein Klima, dass sich gegen Vernetzung – und damit Digitalisierung – auswirkt. Erst ganz allmählich wandele sich das, so Wintermann. Er kennt das auch als Vater, sieht aber zumindest in der Schule seiner Kinder erste Anzeichen eines Wandels. Spät allerdings.

Wie wollen wir die Arbeit der Zukunft gestalten?

Solche Aussagen provozieren natürlich und sorgen für eine kontroverse Diskussion. Die aber ist wichtig. Sie kann fruchtbar sein, wenn wir die digitale Gesellschaft miteinander entwickeln. Schließlich ist die Arbeitswelt ein sehr wichtiger Teil der Gesellschaft. Und so bekommt die Antwort auf die Frage nach der Art und Weise wie wir künftig arbeiten eine gesellschaftliche Dimension. Der Wandel in der Gesellschaft bedingt natürlich auch einen Wandel in den Unternehmenskulturen.

Für mich ist in der Diskussion aber vor allem eines wichtig: Das vollzieht sich nicht von allein. Wir müssen und können die Arbeit der Zukunft gestalten und das ganz praktisch im Alltag. Mit handfesten Schritten. Mit dem, was jetzt machbar ist, denn die Zukunft der Arbeit beginnt heute.


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