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Usability Testessen: Schmackhafte Ideen für eine bessere Usability

Sicher, da hätten wir doch auch selber drauf kommen können. Sind wir aber nicht. Dabei ist es so einfach, was sich die Menschen von quäntchen + glück in Darmstadt überlegt haben. Wenn ihr etwas testen wollt macht’s doch einfach. Am besten noch mit Kaltgetränken & Pizza, denn das mag jede/r. So einfach wird ein Testessen draus. Im Ursprung ein Usability Testessen.

Wozu ist ein Usability Testessen gut?

Jeder, der etwas baut, entwickelt oder konzipiert hat viele tolle Ideen im Kopf. Aber jeder von uns ist oft genug sein eigenes Universum. Und selbst wenn ein Team am Werk ist; schneller als uns allen lieb ist, sind die Gedanken und Ideen auf einer Spur und eingefahren. Solche Fokussierung ist super wichtig, um voran zu kommen und die Dinge zu bewegen. Genauso wichtig ist aber auch, immer wieder zu prüfen, funktioniert das denn auch in echt, was in unseren Köpfen passend scheint. Daher ist es immer wieder wichtig testen zu lassen und sich Feedback zu besorgen. Beim Testessen kommen Tester, die noch nicht tief in eure Ideen verstrickt sind und einen frischen Blick haben.

Wie das geht?

Wer Platz hat stellt den zur Verfügung. Tester und Teststationen koordiniert, wer sich engagiert. 6 Teststationen = 6 Tester die in knapp einer Viertelstunde jede Teststation durchlaufen. Und dafür gibt es Pizza und Kaltgetränke für die testenden Menschen.

Was muss man bedenken?

Was wichtig beim Testen ist, ist die Testaufgabe gut zu definieren und dabei nicht zu breit zu testen. 12 – 15 Minuten sind am Ende eine kurze Zeit. Daher ist es hilfreich, dass auch hier ein klarer Fokus gesetzt wird. Und eine konkrete Aufgabe scheint besser zu sein, als nur die Frage nach allgemeinen Eindrücken. Schwer ist es manchmal gewesen, beim Test den Testenden nicht zu helfen. Wenn der Test nicht geschafft wird ist das ein wertvoller Hinweis – nicht über die Fähigkeiten der testenden Person, sondern über die Schwächen des Testgegenstandes. Dort wo getestet wird, sollte es möglich sein, die Teststationen möglichst abgeschieden zu halten. Ja – hier war die Bürotür zum Schließen absolut wichtig. Und wenn es geht, betreut zu zweit die Teststation. Die klare Arbeitsteilung zwischen Testleitung als Kontaktperson für die Testenden und Dokumentation / Protokollierung hat sich bewährt.

Und was hat das Usability Testessen konkret gebracht?

Nach nur einem Abend haben wir ca. 40 Punkte identifiziert, die wir noch verbessern können. Einiges hatten wir schon auf dem Schirm, das wurde bestätigt und ein paar Überraschungen haben wir erlebt. Was für uns so einleuchtend war, weil wir so tief drin stecken, ist für den User im Erstkontakt voll verwirrend. Und wir haben viel positives Feedback zur talee Idee erhalten. Das macht natürlich auch sehr stolz. Und wir hatten eine Menge Spaß. Und ein Netzwerk Event war es auch.

Sind Uselabs überflüssig?

Wer genug Budget hat, wer hoch businesskritische Applikationen entwickelt, wer doch extrem komplexe Abläufe testen will und wer sicher gehen will oder muss, dass die Testenden der Zielgruppe angehören wird auch weiterhin ein Uselab benötigen. Außerdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass auch Testen geübt sein will. Es war unser erstes Testessen. Mal startete der Screencast nicht, dann fiel der Ton beim Video aus. Ein Eyetracking-Tool hätte bestimmt noch weitere Infos ans Licht gebracht. (Uselabs haben da klar einen Vorsprung – sind ja auch die Test-Profis)

Aber: Wichtiger als das perfekte Testen ist Testen. Denn die Idee von agiler und schneller Entwicklung ist, dass frühes Testen entscheidet. Schnelles Feedback hilft, die Dinge voran zu bringen, lieber 80% mit geringen Aufwand erkennen, als gar nichts durch Tests lernen, weil das Budget nicht für 99,9999% reicht und der Test deshalb gar nicht stattfindet. Testen will geübt sein. Übung kommt beim Machen.

Wie geht es weiter?

Es gibt noch viele Ideen für talee. Und wir hoffen, dass wir noch einmal mit einer Teststation dabei sein dürfen. Wobei ich den Begriff Usability vor dem Testessen schon fast streichen will. Denn das Format eignet sich tatsächlich auch, um mehr zu erproben, als die Bedienbarkeit einer Applikation. Sondern auch Ideen und etwa die Stabilität von Anwendungen können in diesem Format in den Fokus genommen werden.

Kann man eigentlich auch ein talee Event aus dem Format machen?

Das Format ist so einfach, dass jede Organisation die Idee für sich adaptieren kann. Ein Team kann in der Company ein Testessen ausrichten, gerade wenn es um frühe Entwicklungsphasen geht (selbst ein Papier-Prototyp ist testbar). Über die Plattform talee.de kann man in der eigenen Organisation dieses Format schnell koordinieren. Pizza und ein paar erfrischende Getränke sollten im Projekt-Budget drin sein.

Und ja. Vielleicht geht das sogar auch, wenn jemand eine Innovationsidee schon mal testen will, bevor daraus überhaupt ein Projekt geworden ist. Ich bin gespannt auf Erfahrungen mit dem Format.

Und was gibt es sonst zu sagen?

Ein dickes, rundes, fettes Dankeschön an die Menschen die getestet haben. Ihr wart großartig. Ein solcher Dank geht auch an die g16 Lounge, die haben die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und ein tolles Ambiente geschaffen. Für die tolle Idee bedanken wir uns bei quäntchen + glück. Und dann natürlich Danke an das Testessen Team Bielefeld und persönlich an Kerstin Lorenz für die wunderbare Organisation und die hilfreichen Tipps zur Vorbereitung.

Übrigens: Ich habe schon gehört, dass es auch in Bielefeld wieder ein Testessen gibt, nach der Sommerpause…

Wissenshunger noch nicht gestillt? Nehmt Kontakt mit uns auf.

 

 


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