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Zufällige Entdeckungen beim Coworking auf Landpartie

Eindrücke zum Kongress Faszination 4.0: Arbeit (Teil 2)

Arbeiten fasziniert. Ganz offensichtlich. Denn eine Konferenz unter diesem Titel füllte die Ravensberger Spinnerei in Bielefeld. Über 400 Menschen nahmen sich einen halben Tag Zeit, um über die Zukunft der Arbeit nachzudenken. Aber auch, um konkrete, praktische Tipps für den eigenen Arbeitsalltag mitzunehmen.

Ein besonders wichtiger Impuls für mich war der Blick auf das Thema Coworking. Unter dem Titel “Wo andere Urlaub machen – Arbeiten im ländlichen Raum” war dieser Fokus eigentlich gar nicht zu erwarten, denn mit Coworking Spaces verbinde ich erst einmal die Metropolen der Welt. Tobias Kremkau (Coworking Manager des St. Oberholz in Berlin und damit bei einem DER deutschen Coworking Pioniere engagiert) berichtete von erstaunlichen Entwicklungen. Beispiel Paris: Coworker, die am Wochenende ins französischen Jura Skifahren gehen, wollen unter der Woche nicht unbedingt zurück in die wintergraue Hauptstadt. Was liegt also näher, auch im Wintersportgebiet Arbeitsmöglichkeiten einzurichten.

Ähnliches gilt doch für das Berliner Umland mit attraktiven Seen und Wassersportmöglichkeiten und manchmal auch etwas mehr Ruhe. Da werden dann alte Brandenburger Kirchen plötzlich Coworking Räume. Die neue Arbeitsform mitzunehmen ist für Tobias Kremkau nur logisch: Denn Coworking heißt nicht, in hippen Cafes den Laptop aufzuklappen, ein paar E-Mails zu checken und dabei einen Latte Macciato zu nippen.

Warum der Plausch am Kaffeeautomat besonders innovativ sein kann

Coworking eröffnet dem Serendipity-Prinzip, bei dem es darum geht aus zufälligen Begegnungen und Beobachtungen überraschende Einsichten zu gewinnen, ganz neue Möglichkeiten. Wer aus dem Büro geht, sein Kaffee-Getränk nicht für sich schlürft, sondern das Gespräch am Kaffee-Automaten zum Austausch nutzt und sich vernetzt, findet immer wieder genau das: überraschende Ideen, die sich zu Innovationen entwickeln können. Für mich, als Coworker im Pioneers Club Bielefeld, eigentlich klar – aber dann noch einmal so deutlich gezeigt wie hier, hatte ich das noch nicht in der ganzen Tiefe mit allen Chancen realisiert.

Übrigens ist das auch Teil der Idee talee. Spannend ist ja der Serendipitätseffekt, weil wir oft das finden, was wir gar nicht suchen und dann bemerken, dass wir (endlich) gefunden haben, was wir eigentlich brauchen. Tatsächlich erlebte ich das jüngst auf einem talee Event so. Das zufällige Gespräch mit einem Kollegen, den ich auch kurz vor diesem Event erst noch persönlich angesprochen hatte, dass er doch teilnehmen könnte, hat mir einen wichtigen Impuls zu  unserer Plattform gezeigt, die wir auch noch schnell umsetzen konnten. Darum ist es eben so wichtig, dass wir Räume schaffen für den nicht ganz zufälligen Zufall.

Coworking auf dem Land

Das eigentliche Thema lautete ja “Arbeiten auf dem Land”. OWL ist ja durchaus auch ländlich geprägt. Der Blick über den Tellerrand lohnt sich. Welche Chancen ergeben sich, wenn die Arbeit nach dem Coworking Prinzip eben nicht länger nur in den Metropolen möglich ist. Bielefeld zählt vielleicht nicht ganz zu den Metropolregionen der Welt. Wer allerdings etwa aus dem südlichen Lipperland auf die Pudddingstadt blickt, sieht das möglicherweise anders.

Ein Beispiel wie das CoWorkLand in Schleswig Holstein, das Ulrich Bähr vorgestellt hat, könnte sich doch auch den Hängen des Teutoburger Waldes realisieren lassen oder am Weserufer.

Irgendwo zwischen Großstadt und Land

Und dann gibt es ja auch viele Lebensräume, die weder richtig Land noch ganz echte Großstadt sind, sondern irgendwo dazwischen. Das auch in solchen Regionen CoWorking neue Arbeits- und Lebensperspektiven eröffnen kann, zeigt das Projekt Blok-O (Frankfurt/Oder). Antonia Polkehn, Senior Manager Strategie & Innovation bei der Sparda-Bank Berlin, berichtete, dass Vernetzung von Akteuren, aber auch Vernetzung von Nutzungen und Ideen viel Raum für Entwicklung schafft. Die Innovation ist, dass eine Bank-Filliale mehr sein kann als Schalterraum – nämlich auch Coworkingspace und Café und Geschäft. Banker gehen ihrer gewohnten Arbeit nach, während sie mit dem Kunden Kaffee trinken oder über Ideen mit StartUps brüten. Dass es natürlich auch Orte des vertraulichen Gesprächs gibt, bleibt selbstverständlich. Das eine schließt das andere nicht aus. Ähnliche Ansätze finden sich auch in der Bielefelder Zentrale der Volksbank Bielefeld Gütersloh mit Restaurant und Ausstellungsraum für die ostwestfälische Wirtschaft.

Wenn die Vernetzung in den physikalischen Räumen wie einem Coworkingspace und in den Möglichkeitsräumen wie talee sie öffnet stattfinden, ergänzt sich das bestens. Wichtig mit Blick auf das neue Arbeiten ist, dass wir Methoden und Wege zu den Lösungen unserer Herausforderungen entdecken. Wir sollten sie dann auch nutzen.

 

Wir haben übrigens auf dem Kongress  gemeinsam mit der faszinierenden Inga Höltmann einen Beitrag zum Thema “Sightseeing in New Work – Neue Ansätze für Unternehmenskultur und Führung” gestaltet. Mehr dazu lest ihr hier!

 


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